Samstag der 7.Oktober 1944

Bombenabwurf der 487th Bomber Group auf das Werk der Wintershall A.G. Lützkendorf

Bombenabwurf der 487th Bomber Group auf das Werk der Wintershall A.G. Lützkendorf



Anfang Oktober mussten die Alliierten erkennen, dass Ihre Einschätzung von einer frühen Kapitulation des dt. Reiches bis Januar 1945 nicht eintreffen wird. Zu optimistisch bewertete man die letzten Luftschläge im September. Obwohl ein deutliches Absingen der Treibstoffproduktion zu verzeichnen war, schaffte man es doch immer wieder die Schäden halbwegs zu beseitigen und eine geringe Produktion aufzunehmen. Jedoch lebte die Wehrmacht mehr oder weniger von ihren Reserven.
Mittlerweile befand man sich im Herbst 1944 und die Schlechtwetterperiode sollte beginnen. Dieses bedeutete weniger günstige Wetterbedingungen für die Bombardierung auf "Sicht". Einer der Tage mit guten Bedingungen war jedoch der 7. Oktober 1944. So flogen an diesem Tag 550 Bomber der 8. US Air Force auf Böhlen, Leuna, Lützkendorf, Magdeburg, Pölitz und Ruhland.

Anflug auf Lützkendorf

Anflug auf Lützkendorf

Auf Lützkendorf wurden 88 Bomber angesetzt. Diese setzten sich wahrscheinlich aus der 96th BG, 487th BG und der 452nd BG zusammen. Der Angriff erfolgte in der Zeit von 12:22 Uhr bis 12:27 Uhr. 12:43 Uhr meldet die Deutsche Grube, Elise II Mücheln einen weiteren Abwurf. Bei diesem Angriff kamen Bomben der Größenordnung 500-1032 lbs zum Einsatz. Bei den Anhaltischen Kohlewerken (AKW) kommt es durch einen Treffer in der Fabrik I zu einer Kohlestaubexplosion. Dies hat zur Folge, dass die entstandenen Schäden sich mehr als verdoppelten und als sehr schwer eingestuft werden. Das Ledigenheim in Lützkendorf wird zu 1/3 beschädigt. Dadurch verlieren 60 Mann (Zwangsarbeiter) ihre Unterkunft. Durch Überbelegung der restlichen verbliebenen Räume kann man ein Teil der Zwangsarbeiter wieder unterbringen. Die italienischen Militärinternierten (IMI) müssen in die Ziegelei der AKW umziehen.
Die Zuckerfabrik Stöbnitz erhält mehrere schwere Bombentreffer und muss dadurch den "Kampagnebeginn" verschieben. Die Bahnhöfe von Lützkendorf und Mücheln werden ebenfalls schwer in Mitleidenschaft gezogen, so dass bis zum 9.10.1944 die Waggongestellung für die Kohlegruben ausfällt.
Die Anhaltischen Kohlewerke (AKW), Grube Elisabeth Mücheln melden für ihre Gefolgschaft 7 Verwundete durch die erfolgte Kohlenstaubexplosion und die Deutsche Grube, Grube Elise II Mücheln, 1 Toten.
Im Treibstoffwerk Lützkendorf entsteht an diesem Tag ein Gesamtschaden von 750.000,-RM. Der Schaden an Halb- und Fertigprodukte beträgt dabei 6630,40 RM. Die nördlich an das Werk grenzende und zum Werk gehörende Grube "Emma" meldet Beschädigungen in Höhe von 125.000,-RM.
In allen umliegenden Gemeinden und in der Stadt Mücheln kommt es wieder zu erheblichen Zerstörungen an Gebäuden.

Bombentreffer Ecke - Am Echo/ Untere Freyburger Str. -  Mücheln

Bombentreffer Ecke - Am Echo/ Untere Freyburger Str. - Mücheln