Campbell Falls

An diesem 2. November 1944 wird auch die B-17 mit der Kennnummer 42-102562 G, von der Flak im Merseburger Bereich, aus ihrem Angriffsverband herausgeschossen. Die Maschine stürzt in der Ortslage Krumpa ab und wurde zu 98% zerstört.

Durch Flak herausgeschossene B-24 Liberator

Durch Flak herausgeschossene B-24 Liberator

Lt. Robert G. Campbell (Pilot) blieb vermutlich in der Maschine, um den anderen Crew- Mitgliedern einen sicheren Ausstieg zu ermöglichen, die dann später in der Nähe von Geusa/ Merseburg in Kriegsgefangenschaft gerieten.

Eine abgeschossene Bomberbesatzung.

Eine abgeschossene Bomberbesatzung.

KU- Bericht Campbell's Crew

KU- Bericht Campbell's Crew

Campbell's Leichnam wurde später im Bachlauf der Geisel, ca. 14 Km (9 Meilen) von Leuna, entdeckt. Die Umstände seines Todes konnten nicht geklärt werden. Man ging jedoch davon aus, dass er versucht hat die Maschine noch zu verlassen. Ob sich sein Fallschirm nicht öffnete oder er nicht mehr in der Lage dazu war, bleibt ungewiss. Sein Leichnam wurde am 6. November 1944 auf den Friedhof in Mücheln/ Gröster Str. beigesetzt. Mit Besetzung der Amerikaner am 12. April 1945, wurde seine Leichnam exhumiert und auf einen niederländischen Soldatenfriedhof überführt.

1949 benannte man auf Initiative der Forest Service Rangers einen Wasserfall am South Umpqua River/ USA nach ihm.

Wasserfall am Umquar River (Tiller, Oregon USA) der nach Robert G. Campbell benannt wurde.

Wasserfall am Umquar River (Tiller, Oregon USA) der nach Robert G. Campbell benannt wurde.

Bronzetafel für R.G. Campbell

Bronzetafel für R.G. Campbell

Paris' Crew

Eines der meist publizierten Foto's in englischen und amerikanischen Zeitschriften, im Zusammenhang mit der Bombardierung deutscher Treibstoffanlagen, war der Abschuss der "Blue Streak" der 486 BG am 2.11.1944. Diese B17, mit der Kennnummer 43-37883, wurde von 2nd Lt. David M. Paris geflogen. Nach einem Flak- Volltreffer im linken Flügeltank, stürtzte die Maschine brennend über Merseburg ab. Dabei starben alle Besatzungsmitglieder...>>>

Donnerstag der 2.November 1944

Ammoniakwerk Merseburg G.M.B.H. Leuna

Das primäre Angriffsziel des 2. November 1944, war das Ammoniakwerk Merseburg. Dieser Angriff war von der erzielten Schadenshöhe, als ein eher moderater Angriff in den Akten des USSBS vermerkt. Jedoch war dieser Tag, für die anfliegenden Bomber- Crews der 8. US Air Force, einer der verlustreichsten Angriffe im 2. Weltkrieg und untermauerte die Furcht vor der Flakhölle Merseburg.

Angriff 2. November 1944 Merseburg

Die täglichen Aufklärungsflüge über Deutschland ergaben, dass vermutlich Leuna seit 14. Oktober 1944 wieder in Produktion war. Ein Ergebnis, dass die Planer im Führungsstab der Alliierten mit Argwohn betrachteten, denn ihr Plan von der Niederringung des deutschen Reiches bis Ende 1944 rückte in weitere Ferne. Da bereits die Schlechtwetterperiode begonnen hatte, wollte man jede Möglichkeit nutzen um den Plan doch noch zu realisieren. Im November 1944 flog man insgesamt fünf mal Merseburg an, die bis dato. höchste Zahl an Angriffen.

Die Angriffsformation der 493rd BG, bestehend aus dem 860, 861, 862 und 863 Squadron, näherten sich Leuna in einer Höhe von 7.900 Metern. In 4.900 Metern unter ihnen befand sich eine zu 7/10 geschlossene Wolkendecke, die jedoch im Zielgebiet aufbrach. Als man 12:12 Uhr in das Zielgebiet einflog begann ein intensiver Flakbeschuss der bis zum verlassen 12:26 Uhr anhielt. Durch Treffer des PFF- Führungsflugzeuges im rechten Flügel der Kampfformation, kam es zur Neugliederung des Verbandes während des intensiven Beschusses. Spätere Auswertungen ergaben das statt Leuna, die Stadt Halle bombardiert wurde. Ob es sich um eine Verwechslung handelte oder auf Grund der schlechten Sicht und der Vernebelung von Leuna hier das sekundäre Ziel angeflogen wurde, geht aus der Aktenlage nicht hervor. Hervor geht aber, das noch im Zielgebiet der Kampfverband 12:23 Uhr von sechs ME 163 angegriffen wurde. Dabei wurden angeblich eine ME 163 zerstört und eine vermutlich zerstört.

Der Gesamtverlust der 8. US Air Force für diesen Tag belief sich auf 41 Bomber und 28 Jagdflugzeuge, wobei 27 Bomber im Zielgebiet über Merseburg abgeschossen wurden.

Me- 163 im Zielgebiet

Abgeschossene Liberator B-24

Abgeschossene Liberator B-24

Bildquelle: Bundesarchiv Bild 101I-674-7765-17

Auszüge aus den Erinnerungen von Leutnant William H. Baker Navigator, 600. Squadron/ 398th BG

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...Wenn ich tausend Jahre alt werde, könnte ich nie vergessen was ich heute erlebt habe, sondern würde mir wünschen, ich könnte.
Merseburg, Deutschland, 12 Meilen westlich von Leipzig. Ich hatte noch nie ein so fürchterliches Erlebnis - ich glaube, es war ein Ding der Unmöglichkeit. Flak, sehr, sehr schwer und sehr, sehr genau für 25 Minuten am Ziel - ein schrecklicher Anblick - eine massive Wand. Der Himmel war schwarz wie die Nacht. So als könnte nichts durchscheinen. 22 Flaklöcher in unserem Flugzeug, ein Loch unter der Pilotenkanzel ließ eine Sauerstoffflasche explodieren, 6 Löcher in der Nase, ein Loch in der Plexiglasnase und über Hesterly's Kopf, ein Loch in der Seitenansicht und zwischen uns, zwei in meinem Fenster, ein Loch in Motor Nr. 1, ein Loch im linken Flügel, 3 im rechten Flügel, 2 in den Bombenschachttüren und im Dach vom Funkraum, ein Loch im Kugelturm, ein Loch im Heck hinter Fowler, 2 in den Stabilisatoren und ein paar kleinere Treffer.
Beide Male, wenn Glas in die Nase zersprang dachte ich, jetzt würden wir es abbekommen. Ich sah zwei Granaten vor unserer Nase sehr nah explodieren und dachte sicher Nr. 3 oder Nr. 4 würde Volltreffer werden. Als ich mich umdrehte, um mir meine Flak- Weste anzulegen, da bekamen wir einen "Hummer" in der Nase ab. Ich sah im rechten Fenster wieder zwei sehr nah explodieren und erwartete Nr. 3 oder Nr. 4 als Volltreffer. 2 Treffer in meinem Fenster - und wir konnten der Flak nicht ausweichen - sie waren überall.
Auf der Rückkehr kam es zu dritten Ereignis mit der Flak. Durch einen beinahe Zusammenstoß, mussten wir ausweichen und erhielten ein paar Löcher durch die Flak. Und bei den Jagdflugzeugen - wir hatten P-51, P-47 und P-38, denn wir erwarteten eine sehr schwere Verteidigung des Feindes.

Abgeschossene Liberator B-24

Abgeschossene Liberator B-24

Bildquelle: Bundesarchiv Bild 101I-674-7765-27

Wir hatten heute ME-109 und ein paar Jet angetriebene Maschinen (Me-163) die uns zu ersten Mal im Hohen Squadron, geführt von Capt. Scoffield, angriffen. Während sie uns angriffen, griffen sie auch die Gruppen vor und hinter uns an - dauerte etwa eine halbe Stunde. Hundekämpfe am ganzen Himmel. Zu jeder Zeit konnte man ein Flugzeug abstürzen sehen. Gnadenlose Schlacht! Ich sah Zwei die eine Nachzügler B-17 angriffen, die B-17 explodierte. Zwei weitere Jerries trafen einen anderen Nachzügler, Beide trafen die Fortress und sie explodierte.
In der Gruppe voraus sah ich 3 Fortress innerhalb von 30 Sekunden explodieren - im selben Augenblick sah ich 4 Jagdflugzeuge explodieren. Ich sah heute, 7 Fortress explodieren, 12 Jagdflugzeuge explodieren, 5 Fortress brennen, 6 Fortress trudeln und zahlreiche Jagdflugzeuge abstürzen. Ich sah aber nur 5 Fallschirme insgesamt. Wir hätten heute nicht einen Hauch von einer Chance gehabt zwischen all der Flak und den Jagdflugzeugen, hätten wir aussteigen müssen. Das Schrecklichste was ich je erlebt habe. Ich habe Angst, dass wir zurückkommen müssen, da wir es heute wahrscheinlich nicht geschafft haben. Ich glaube [das Ziel] heute nicht - wir waren 17 Gruppen über dem Ziel - wenn es wieder wie heute wird, würde ich mich lieber erschießen, als zurück zu kehren.
Von nun an fliege ich, weil ich muss, nicht weil ich will. Sie sagten uns, es kamen 150 Jagdflugzeuge aus Leipzig und 300 aus Berlin. Wir verloren 7 Maschinen von 36 aus unserer Gruppe - das sind 19% Verlust. Von den restlichen 29 Maschinen hatte 16 große Flak Schäden. 12 hatte Verwundete an Bord. Bassingbourne verlor 13 Maschinen von ihren 36. Insgesamt verloren wir 41 Bomber und 28 Jäger. Die deutsche Luftwaffe verlor 208 Jäger von ihren 450 eingesetzten Jägern."