Gründer der Zuckerfabrik

Gründer der Zuckerfabrik

Karl Heinrich v. Helldorff, Rittergut St. Ulrich - Vorsitzender 1864-1905

Karl Heinrich v. Helldorff, Rittergut St. Ulrich - Vorsitzender 1864-1905

Eduard Eye, Rittergut Zöbigker Gründer und erster Namensgeber

Eduard Eye, Rittergut Zöbigker Gründer und erster Namensgeber

Richard Bach, Rittergut Eptingen Gründer und zweiter Namensgeber

Richard Bach, Rittergut Eptingen Gründer und zweiter Namensgeber

Karl Roderich v. Helldorff, Rittergut St. Ulrich - Vorsitzender 1906-1913

Karl Roderich v. Helldorff, Rittergut St. Ulrich - Vorsitzender 1906-1913

Carl Bach, Rittergut Eptingen - Vorsitzender 1913-1937

Carl Bach, Rittergut Eptingen - Vorsitzender 1913-1937

Karl Roderich v. Helldorff, Rittergut St. Ulrich - Vorsitzender 1937-1945

Karl Roderich v. Helldorff, Rittergut St. Ulrich - Vorsitzender 1937-1945

Dipl. Ing. Karl Krüger, Erster Direktor der Zuckerfabrik Stöbnitz (1865-1891)

Dipl. Ing. Karl Krüger, Erster Direktor der Zuckerfabrik Stöbnitz (1865-1891)

Dr. Max Dehne, Direktor Zuckerfabrik Stöbnitz (1891-1919)

Dr. Max Dehne, Direktor Zuckerfabrik Stöbnitz (1891-1919)

Zuckerfabrik Stöbnitz

Zuckerfabrik Stöbnitz R.Bach & Comp.

Zuckerfabrik Stöbnitz R.Bach & Comp.

Zuckerfabrik Stöbnitz R.Bach & Comp.


Zuckerfabrik Eduard Eye & Kompagnie b. Stöbnitz

Wasserschloss St. Ulrich (Mücheln)

Wasserschloss St. Ulrich (Mücheln)

Die Anfänge der Zuckerfabrik Stöbnitz lagen wohl vermutlich in der ersten Jahreshälfte des Jahres 1864. Karl Heinrich von Helldorff auf Schloss St. Ulrich, der Eigentümer der 1845 eröffnete Kohlengrube "Pauline" war, suchte nach Wegen den Abbau der Kohle zu intensivieren, waren die Abnehmer der Kohle bis dato doch ausschließlich regional für den Hausbrand. Gleichzeitig wurden auf seinen Ländereien und den Ländereien der umliegenden Gutsbesitzer, Zuckerrüben für die in 10 Km Entfernung gelegene Zuckerfabrik Körbisdorf angebaut. Was lag also näher, als Beides zu verbinden und eine eigene Zuckerfabrikation auf zu bauen.
Belegt ist, dass Karl Heinrich von Helldorf am 17. Juni des Jahres 1864 mehrere Gutsbesitzer der Gegend zu einem Gespräch in sein Schloss auf St. Ulrich einlud, um mit ihnen über "...ein Projekt in hiesiger Gegend..." zu sprechen. Man wurde sich schnell einig und so wurde bereits am 25. September 1864 im Königlichen Handelsregister des Kreisgerichtes Querfurt die "Zuckerfabrik Eduard Eye & Kompagnie b. Stöbnitz" eingetragen. Der Name "Eduard Eye" resultiert daraus, dass keiner der Herren zu erst seinen Namen für die Firmenbezeichnung hergeben wollte, bis Eduard Eye einlenkte. Offizieller Beginn der OHG war der 1. Juli 1864 mit insgesamt 23 Gesellschaftern und einem Stammkapital von 72518 Talern das in Raten ein zu zahlen war. Im Oktober 1864 begannen bereits die Ausschachtungsarbeiten auf dem erworbenen Gelände in Stöbnitz. Man begann anschließend mit dem Bau der Gebäude, die jedoch durch den einsetzenden Winter erst im Februar 1865 weiter gebaut werden konnten. Bemerkenswert bei den Bauarbeiten war, dass man bei der Abteufung eines Brunnens auf dem Gelände der Zuckerfabrik nach ca. 36 m Tiefe immer noch nicht die Kohle führende Schicht durchbrochen hat. Dies scheint somit eines der ersten Belege für die Mächtigkeit der Kohle im Geiseltal gewesen zu sein.
Am 20. Juni 1865 wurde Richtfest für das Hauptgebäude gefeiert und die Fabrik nahm immer mehr Gestalt an. Leider gab es auch Rückschläge. So musste der neu errichtete Schornstein wieder abgetragen und neu aufgemauert werden, da die endeckten Spannungsrisse an ihm sicher einen Einsturz früher oder später verursacht hätten. Bereits im Dezember 1865 konnte die Zuckerfabrik Stöbnitz ihre erste Kampagne fahren, die bis März 1866 dauerte und 11631 Ztr. Rohzucker unterschiedlicher Qualitäten von 1130 Morgen Land erzeugte.

Zuckerfabrik Stöbnitz um 1870

Zuckerfabrik Stöbnitz um 1870

Bis 1883 wurde die Fabrik immer wieder technisch erneuert und verbessert. 1883 erfolgte ein grundlegender Umbau mit neuem Kesselhaus und eigener Gasanstalt. Drei Jahre später, im Dezember 1886, wurde das Geiseltal verkehrstechnisch, durch eine Eisenbahnverbindung Mücheln - Merseburg, erschlossen. Dieser Anschluss ist der Zuckerfabrik und ihren damaligen Gesellschaftern zu verdanken, die den Betrag von insgesamt 413.545,- RM zur Verfügung stellten, um das Bahnprojekt zu finanzieren. Es folgten, um die Jahre 1890, schwere Zeiten. Der Zuckerpreis verfiel auf 0,60 RM je Zentner. Durch finanzielle Unterstützung der Familie von Helldorff (St. Ulrich) konnte die Zuckerfabrik die schweren Jahre überwinden. Ein erneuter Umbau der Fabrik und ihren Anlagen erfolgte 1892. Im Jahr 1908 zerstörte ein Großbrand mehrere Fabrikanlagen der Zuckerfabrik, jedoch konnte diese bis zum Kampagnebeginn im Oktober wieder notdürftig instant gesetzt werden. Die aus dem Großbrand entstandenen Neuanschaffungen bewährten sich in den Folgejahren und so baute die Zuckerfabrik ihre Produktion kontinuierlich immer weiter aus. 1922 wurde der gesamte Betrieb elektrifiziert. Im gleichen Jahr übernimmt man die Geschäfte der Zuckerfabrik Merbitz- C. Bieler. Ihr folgen 1926 die Zuckerfabrik Körbisdorf A.G., 1929 die Zuckerfabrik Weißenfels m.b.H. und 1932 die Zuckerfabrik Schafstädt- A.Hochheim & Compagnie. In dieser Zeit ändert man vermutlich auch die Firmenbezeichnung in:"Zuckerfabrik Stöbnitz R. Bach & Comp." Als erste Kraftfutterfabrik des dt. Reiches wird im Jahr 1935 eine Luzernemehlfabrikation auf dem Gelände der Zuckerfabrik errichtet, die mit ihrer Produktion die damaligen Erwartungen bei weitem übertrifft.
In den Kriegsjahren 1939 bis 1945 leidet die Fabrik wie bereits im 1.Weltkrieg unter dem Mangel an Arbeitskräften. Schwer getroffen durch die Bombardierungen in den letzten Kriegsjahren, wird sie nach dem Krieg als Reparation demontiert und muss letztendlich der Kohle weichen. Die Zuckerfabrik Stöbnitz war bis 1945 einer der größten und modernsten Zuckerfabriken in Mitteldeutschland.



Dr. Peter Rieper, Direktor der Zuckerfabrik Stöbnitz (1919-1942)

Dr. Peter Rieper, Direktor der Zuckerfabrik Stöbnitz (1919-1942)

Dr. Peter Rieper wurde 1887 in Borstel/ Kreis Stade geboren. Sein Studium der Chemie führte ihn nach Marburg, München und Jena, wo er 1912 promovierte. Nach dem Studium trat er dem Feld- Artillerie Regimen Nr. 74 in Torgau für ein Jahr bei. Anschließend übernahm er eine Stelle als Betriebsassistent in der Zuckerfabrik Stöbnitz an. Mit Ausbruch des 1. Weltkrieges kehrte er zu seinem alten Regiment zurück und wurde im August 1914 verwundet. Weihnachten 1914 zum Offizier ernannt, war er ab dann als Artilleriebeobachter im Fesselballon eingesetzt.

Lt. Dr. Peter Rieper als Artilleriebeobachter

Lt. Dr. Peter Rieper als Artilleriebeobachter

Auf Grund mehrerer Abschüsse und Verwundungen durch den Feind, erhielt er als einziger Fesselballonbeobachter des Deutschen Kaiserreiches, nach einem Abschuss am 3. Juni 1918 bei Villers-Cotterêts, das Pour le Mérite am 8. Juli 1918. Durch seine Verletzungen ungeeignet für den weiteren Dienst an der Front, wurde er als Lehrer an der Luftschifferschule in Namur eingesetzt.

AK Abschuß eines deutschen Fesselballons

AK Abschuß eines deutschen Fesselballons

Mit Ende des Krieges kehrte er nach Stöbnitz zurück und übernahm die Anstellung als Direktor der Fabrik.

Hauptfront der Zuckerfabrik Stöbnitz

Hauptfront der Zuckerfabrik Stöbnitz

Pour le Mérite

Der Orden "Pour le Mérite" (dt. Das Verdienst) wurde von Friedrich dem Großen gestiftet und war neben dem "Orden vom Schwarzen Adler" die bedeutendste Auszeichnung, die in Preussen vergeben werden konnte. Der Orden geht auf den 1667 gestifteten "Ordre de la Générosité" zurück. Die Ordensinhaber hatten Anspruch auf besondere militärische Ehren. So waren sie stets zuerst zu grüßen, auch von Ranghöheren. Wachen mussten vor ihnen ins Gewehr treten, was sonst nur den unmittelbar vorgesetzten Kommandeuren und Personen aus regierenden Häusern vorbehalten war.