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Krumpa

Volksschule

Volksschule

Siedlung Wintershall Krumpa

Siedlung Wintershall Krumpa

Siedlung Wintershall Krumpa

Siedlung Wintershall Krumpa

Siedlung Wintershall Krumpa

Siedlung Wintershall Krumpa

Hauptstraße östliche Richtung

Hauptstraße östliche Richtung

Hauptstraße süd-/ westliche Richtung

Hauptstraße süd-/ westliche Richtung

Hauptstraße nord-/ westliche Richtung

Hauptstraße nord-/ westliche Richtung

Hauptstraße Krumpa KFZ- Betrieb L. Rösner

Hauptstraße Krumpa KFZ- Betrieb L. Rösner

Quelle: Holger Schmidt Mücheln

Hauptstraße Krumpa 12. Mai 1944

Bildmitte KFZ- Betrieb L. Rössner

Bildmitte KFZ- Betrieb L. Rössner

Italienische Militärinternierte beim Beräumen der Straße

Italienische Militärinternierte beim Beräumen der Straße

KFZ- Betrieb Rössner. Dahinter das brennende Werk der Wintershall.

KFZ- Betrieb Rössner. Dahinter das brennende Werk der Wintershall.

Italienische Militärinternierte

Italienische Militärinternierte

Merseburger Zeitung vom 18. Mai 1944

Merseburger Zeitung vom 18. Mai 1944

Schreiben an die AKW vom 17. Mai 1944

Schreiben an die AKW vom 17. Mai 1944

Schreiben an die AKW vom 17. Mai 1944

Schreiben an die AKW vom 17. Mai 1944

Bericht A.K.W. Grube Elisabeth 23.5.1944

Bericht A.K.W. Grube Elisabeth 23.5.1944

Bericht Wintershall A.G., Werk Lützkendorf 17.5.1944

Bericht Wintershall A.G., Werk Lützkendorf 17.5.1944

Freitag der 12.Mai 1944

Wintershall A.G., Werk Lützkendorf

AK Neumark um 1940

AK Neumark um 1940

www.dasgeiseltal.de

Beginn der Alliierten Treibstoffoffensive
Horst K. aus Neumark war Lehrling der Firma Steinfelder. In seinen Erinnerungen erzählte er, dass er wie immer früh mit dem Fahrrad zur Arbeit fuhr. Die Firma Steinfelder aus Neumark arbeitete zu diesem Zeitpunkt an einer Schutzmauer in der Grube Cecilie, die nachlaufendes Wasser vom Tagebaubetrieb des Treibstoffwerkes der Wintershall in Lützkendorf fern halten sollte. Er ahnte zu diesem Zeitpunkt nicht, dass dieser Tag der Anfang vom Ende des 3. Reiches werden sollte.

Flugroute der 8. USAAF Air Force

Flugroute der 8. USAAF Air Force

12.Mai 1944

Zur gleichen Zeit bereiten sich auf den südenglischen Flugplätzen die Crews der 1st Combat Bombardment Wing und der 94th Combat Bombardment Wing auf ihren Einsatz tief im mitteldeutschen Raum Deutschlands vor. Die 40th und 41st Combat Bombardment Wing, der 1. Bomber Division mit ihren je 3 Bomber Groups, werden das Ammoniakwerk Merseburg in Leuna angreifen.

Auf dem Flugfeld in Glatton wurde Lt. John Akers, jr. früh geweckt. Er und seine Crew werden mit den anderen Crews der 457th Bomber Group den Angriff auf das Treibstoffwerk Lützkendorf fliegen. Auch er ahnte nicht, wie sich sein Leben nach diesem Tage ändern sollte. Die vorgesehenen Besatzungen nahmen nach dem Wecken ihr Frühstück ein. Anschließend wurden die Crews für das Zielgebiet eingewiesen, während das Bodenpersonal die Flugzeuge vorbereiteten. Als der Vorhang fiel, war das Treibstoffwerk der Wintershall A.G. in Lützkendorf das Ziel des Tages für die Hälfte der 1. Bomber Division.

Take off!

Take off!

Formation B- 17

Formation B- 17

Wikipedia Commons

Gegen 8:00 Uhr starteten die ersten Maschinen von Ihren Heimatbasen, um sich in einem festgelegten Korridor über Südengland zu versammeln. Die Überflüge der ca. 950 Maschinen (Weitere Ziele waren Hydrierwerke in Brüx, Böhlen, Zeitz und Maschinen- u. Flugzeugwerke in Zwickau u. Chemnitz) über den englischen Kanal, erfolgt bis ca. 11:10 Uhr zwischen Schelde und Calais. Danach überquerte man Belgien und änderte den Süd/ Ost - Kurs über Koblenz/ Frankfurt a.M. in einen östlichen Kurs Richtung Plauen. Bei Plauen drehten die Maschinen nördlich ein. Um ca. 14:00 Uhr erreichten die Maschinen das Treibstoffwerk Lützkendorf. Da es kurz vor dem Schichtwechsel war, standen die Busse der Firma Eckardt (Omnibusbetriebe Freyburg/U.) bereits wartend auf dem Haupttorplatz, um die Gefolgschaftsmitglieder aus der Naumburger Gegend zurück zu bringen.

Haupttor 1941

Haupttor 1941

Abwurf im Zielgebiet

Abwurf im Zielgebiet

Der IP (Initial Point = Anfangspunkt des Zielanfluges) Eisenberg war erreicht und die Maschinen formierten sich. Sie werden das Ziel von Süden kommend, in nördliche Richtung überfliegen. Die Splinte zur Sicherung der Bomben wurden entfernt und die Bombenschächte geöffnet. Die sogenannten "Leader", also Anführer jeder Formation, hatten ein Norten-Bombenzielgerät mit Bombenschützen an Bord. Dieser visierte den Ziel- MPI (Middle Point of Impact = Zielmitte) an und gab für die restlichen Maschinen seiner Gruppe den Abwurfbefehl. Zusätzlich zu ihrer Bombenladung klinkte die Führungsmaschine je zwei Rauch2Mit

Wintershall A.G., Werk Lützkendorf am 12.5.1944

Wintershall A.G., Werk Lützkendorf am 12.5.1944

Bildquelle: www.fold3.com

Übermittelt ist, dass es im Werk keinen Voralarm gab. Erst kurz vor dem Eintreffen des Angriffsverbandes erkannte die Luftabwehr das wahre Ziel des Angriffes und verständigte die betroffenen Werke. Im Lützkendorfer Werk soll es ca. 10 min. vorher Vollalarm gegeben haben. Die Gefolgschaftsmitglieder versuchten in ihrer Panik auf die umliegenden Felder zu fliehen. Dies wurde durch Aussagen von heutigen noch lebenden Zeitzeugen bestätigt.
Horst K. bemerkte zwar die Flugzeuge, die sich in 12000 m Höhe bewegten, hörte jedoch nicht die Bombardierung. Die Grube schottete alle Geräusche ab. Erst als nach einer halben Stunde 2 LKW's erschienen und die Fahrer die Arbeiter hecktisch aufforderten mit zu kommen, bemerkten diese, dass etwas passiert sein musste. Bei der Fahrt in das Werk, durch das nördliche Eingangstor, konnte Horst K. noch keine größeren Beschädigungen sehen. Als sie sich jedoch dem südlichen Haupttor (späterem Jugendtor) näherten, wurden die Zerstörungen sichtbar. Die Hauptlast fiel in den westlichen Teil des Werkes. Ein großer Teil davon in die Gemeinde Krumpa. Die wartenden Omnibusse der Firma Eckardt, auf dem Vorplatz, lagen auf der Seite und brannten. Am Ende des Tages waren 159 Opfer zu beklagen, darunter Frauen und Kinder. Um die große Zahl an Toten aufzubahren, wurde der Saal der Gaststätte "Zum blauen Stern" requiriert. Die Gemeinde sah sich gezwungen einen 2. Friedhof anzulegen, der in kürzester Zeit mit Hilfe der umliegenden Kohlewerken und Wintershall hergerichtet wurde. Dieser ist heute immer noch existent und als "Heldenfriedhof" umgangssprachlich bekannt.

Der Gesamtschaden am Werk belief sich auf 16.000.000,- RM.
Zerstörte Halb- und Fertigprodukte 793.126,-RM.

Kriegsgefangenenlager in Deutschland

Kriegsgefangenenlager in Deutschland

Bildquelle: www.457thbomb groupassoc.org

Im Bericht der 457th Bomber Group ist zu lesen:
"Dies war der Beginn eines Angriffes auf dt. Ölanlagen und eines der größten Anstrengungen der 8. USSAF Air Force bis zu diesem Zeitpunkt. Die Gruppe wurde durch Maj. Fred Spencer geführt. Das Wetter war sehr gut, aber das Ziel war verdeckt durch Rauch und Bodendunst zum Zeitpunkt als die 457th über der Raffinerie eintraf. Keine feindlichen Flugzeuge waren zu sehen. Flak war mäßig, aber präzise. Elf Flugzeuge erhielten nachhaltige Schäden und die 8.USSAF Air Force hatte an diesem Tag einen totalen Verlust von 42 B-17 Maschinen. Auf dem Heimweg blieb Nr.:42-31607 "Rose Olive" durch Ausfall zweier Motoren hinter der Formation zurück. Die Besatzung stieg aus."
Die B-17 mit der Nr.:42-31607, genannt "Rose Olive" hatte nach dem Abwurf auf das Treibstoffwerk Lützkendorf erhebliche Probleme, da zwei ihrer vier Motoren ausfielen. Ob die Maschine durch Flak beschädigt wurde oder mehrere technische Defekte eintraten, ist heute nicht mehr nachvollziehbar. Lt. John Akers, der die Maschine flog, und seine Crew wurden zuletzt bei Eisenach gesehen. Sie stiegen über Belgien aus und wurden gefangen genommen. Er verbrachte den Rest des Krieges in STALAG Luft 9c/ Bad Sulza. Wegen der Schwere seiner Verletzungen, die er sich bei dem Ausstieg zuzog, wurde er später bei einem Austausch von Kriegsgefangenen über das Internationale Rote Kreuz beteiligt und kehrte in die USA zurück.

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Grabsteinplatte "Heldenfriedhof" Krumpa

Grabsteinplatte "Heldenfriedhof" Krumpa

Eines der wenigen noch erhaltenen Gräber des ersten Angriffes auf das Treibstoffwerkes Lützkendorf. Bildarchiv:www.dasgeiseltal.de