Strategie der RAF

Strategie der RAF

Sir Arthur Travers Harris (13.4.1892 - 5.4.1984)

Sir Arthur Travers Harris (13.4.1892 - 5.4.1984)

Bildarchiv:Wikipedia commons

Die ersten Operationen der RAF gegen Deutschland, begann bereits einen Tag nach der Kriegserklärung am 3. September 1939. Diese beschränkten sich jedoch auf den Abwurf von Flugblättern und der Bombardierung von militärischen Einrichtungen im Küstengebiet, sowie der Bombardierung von Kriegsschiffen in der Nordsee. Diese Tagesangriffe waren jedoch mehr oder weniger der Tatsache geschuldet, dass man gegenüber Polen einen Beistandsabkommen geschlossen hatte und nun diesen Beistand dokumentieren mußte. Nach dem die RAF am 18. Dezember 1939, 50% ihrer 22 eingesetzten Maschinen vom Typ Vickers Wellington in der Schlacht über der deutschen Bucht verlor, stellte sie die Tagesangriffe weitestgehend ein und schwenkte auf Nachtangriffe über. Dieses sollte den Nachteil des fehlenden Jagdschutzes kompensieren. Mit Beginn des Westfeldzuges im Mai 1940, stellte die RAF ihre bis dahin weitgend ausgeübte Pasivität ein und der sogenannte "Sitzkrieg" oder auch "Seltsamer Krieg" genannt, endete. Die RAF begann, die bereits nach der Sudentenkrise ausgearbeiteten Bombardierungspläne deutscher Schlüsselindustrien, in die Tat umzusetzen. In Ihren "Western Air Planes" waren unter dem Punkt 5c Ölanlagen und Hydrierwerke dokumentiert. Schon relativ früh erkannte das englische Air Ministry die deutsche Abhängigkeit und Verwundbarkeit in Öl- und Treibstofffragen. Jedoch war die materielle und technische Lage der RAF zu dieser Zeit nicht ausreichend, Punktziele nachts zu Orten und zu Bekämpfen. Dies wurde in der Auswertung des "Butt- Reports" im August 1941 deutlich. Darin offenbarte sich die vollkommen strategische Fehleinschätzung der Effektivität der Luftangriffe. So kamen nur 1/3 der Bomber, die angaben das Ziel bombardiert zu haben, wirklich in Zielnähe. Dieser Report löste ein Strategiewechsel in der RAF aus und zur Hinwendung der Flächenbombardierung deutscher Städte mit erscheinen der "Area Bombing Directive" (General Directive No.5) am 14. Februar 1942. Ihre erste Durchführung erfolgte in der Nacht vom 8. auf den 9. März 1942 mit einen Angriff auf das Ruhrgebiet und der Zielpriorität: "Arbeiterwohnviertel!". Das Ziel, die deutsche Bevölkerung zum Aufstand gegen Hitler zu bewegen, wurde mit diesen Bombardierungen nicht erreicht. Eher sagt die heutige Geschichtsschreibung, dass genau das Gegenteil eingetreten ist. Obwohl der RAF Ende 1943/ Anfang 1944 mit dem H2S ein Bodenradar zur Zielfindung zur Verfügung stand, hielt sie an den Flächenbombardierungen von Städten bis März 1945 fest.