Wintershall A.G. Werk Lützkendorf

Wintershall A.G. Werk Lützkendorf

Werksausweis eines Fremdarbeiters

Werksausweis eines Fremdarbeiters

In dem noch vorhandenen Archivgut des ehemaligen Werkes Lützkendorf finden sich zu dieser Problematik nur noch vereinzelte Schriftstücke, die leider kein Gesamtbild zu dem Einsatz von Fremd- und Zwangsarbeitern im Werk geben. In den Jahren 1941 bis Anfang 1944 versuchte die Werksdirektion immer wieder polnische Strafgefangene zu erhalten.

  • Schreiben vom 10.1.1941; Wintershall A.G. Lützkendorf an das Strafgefängnis Naumburg; - Betrifft: Verlegung des Gefangenenlagers - ;"Wir teilen Ihnen hierdurch mit, dass wir an die Stelle des jetzigen Lagers einen Kühlturm bauen müssen. Wir beabsichtigen deshalb, westlich vom früheren Gut Petzkendorf zu verlegen. Als Zeitpunkt der Verlegung kommt Anfang Februar 1941 infrage." LHASA/Mer/Wintershall AG/Werk Lützkendorf Nr.328

  • Schreiben vom 17.1.1941; Vorstand des Strafgefängnisses Naumburg 453 E b Bl. 426² an Wintershall A.G. Lützkendorf; - Betr.: Verlegung des Gefangenenlagers - ; "In Bestätigung Ihres Schreibens vom 10.1.1941 bitte ich dafür Sorge tragen zu wollen, daß bei der Verlegung der Gefangenen für die dort bediensteten Beamten und den beschäftigten Gefangenen ein Luftschutzkeller für mindestens 100 Männer und einiges Sanitätsgerät zugewiesen wird. Fernerhin bitte ich um rechtzeitige Mitteilung, wann der Umzug festgelegt ist." LHASA/Mer/Wintershall AG/Werk Lützkendorf Nr.328

  • Schreiben vom 14.6.1941; Wintershall A.G. Lützkendorf an das Strafgefängnis Naumburg; - Betrifft: Strafgefangenen - ;" Wir verhandelten am 12.6.1941 mit Ihnen wegen der uns zur Verfügung gestellten 90 Strafgefangenen. Für diese 90 Mann sorgen wir für die Unterbringung, stellen also die Baracke frei, sämtliche Einrichtung, Betten, Bettzeug, die Geräte, Wasch- und Bademöglichkeiten usw. Für die Beaufsichtigung haben wir 6 Mann für den Tagesdienst und 1 Mann für den Nachtdienst abgestellt. Unter Berücksichtigung dieser besonderen Verhältnisse bitten wir Sie, den von Ihnen vorgesehenen Tagessatz von RM 5,-- auf RM 4,60 herabzusetzen." LSAHA/Mer/Wintershall AG/Werk Lützkendorf Nr.328

  • Interne Mitteilung vom 14.8.1941; Werksverwaltung an sämtliche Betriebe und Werksschutz; - Betrifft: Einsatz der Strafgefangenen aus dem Gefängnis Naumburg - ; "Zur Beseitigung von Unklarheiten geben wir nachstehend bekannt, wie bei dem Einsatz von Strafgefangenen vorzugehen ist. Die Angestellten der Betriebe, denen die Strafgefangenen zugeteilt sind, übernehmen die Arbeitseinteilung bezw. bestimmen darüber, welche Arbeiten die Strafgefangenen ausführen sollen. Auch die Überwachung, daß die Arbeiten fachgemäß ausgeführt werden, ist Angelegenheit der Betriebe. Die Betriebe setzen sich wegen der Einsatzzeiten mit dem Werkschutz in Verbindung, da dieser den An- und Abgang zum Gefangenenlager zu überwachen hat. Irgendwelche für die Arbeiten notwendigen Transportmittel, Geräte, Materialien usw. sind, soweit die Beschaffung nicht so umfangreich ist, daß sie durch die geschlossene Gefangenenkolonne ausgeführt werden kann, von den Betrieben in anderer Weise rechtzeitig zur Verfügung zu stellen. Der Werkschutz hat die allgemeine Bewachung der Gefangenen durchzuführen, und zwar, soweit das Gefängnispersonal nicht ausreicht im Gefangenenlager, ferner auf dem Wege zwischen diesem und den Arbeitsstellen und während der Arbeitszeit an den Arbeitsstellen selbst. Der Werkschutz hat dafür zu sorgen, daß die Gefangenen bei der ihnen zugeteilten Arbeit fleißig arbeiten und sich im übrigen an die allgemeinen und betrieblichen Ordnungsvorschriften halten. Die Badezeiten in den Kauen sind so zu legen, daß sie nicht mit den Badezeiten unser übrigen Arbeitskräfte zusammenfallen. Gleichzeitig ist darauf zu achten, daß die Badezeiten so kurz gehalten werden, daß sie den Vorschriften der Gefängnisleitung entsprechen. Allgemeines. Es ist selbstverständlich, daß stets so viel Aufträge der betreffenden Betriebe für die Gefangenen vorliegen, daß Arbeitsunterbrechungen nicht erforderlich werden. Auch bei den Strafgefangenen ist die reguläre Arbeitszeit einzuhalten. Es darf nicht Leistung durch Verkürzung der Arbeitszeit abgegolten werden. Grundsätzlich dürfen nur Arbeitszeiten anerkannt bezw. in den Lohnunterlagen bescheinigt werden, in denen die Strafgefangenen am Arbeitsplatz arbeiten. Den Vorschriften des Gefängnisses entsprechend dürfen die einzelenen(sic!) Arbeitsgruppen nicht größer als 15 Mann sein. Sie sollen auch nicht kleiner sein, weil der zur Verfügung stehende Werkschutz ohnehin durch die Gefangenenbeschäftigung schon stark in Anspruch genommen ist. Die einzelnen Kolonnen müssen geschlossen zusammengehalten werden, und, um dieses zu ermöglichen, sind sie nur bei größeren Arbeiten einzusetzen." LHASA/Mer/Wintershall AG/Werk Lützkendorf Nr.328

  • Schreiben vom 12.1.1942; Strafgefangenenlager Petzkendorf an die Direktion Wintershall A.G. Lützkendorf;" Durch die Erhöhung der Belegschaft von 90 Strafgefangenen auf 125 Strafgefangene werden für die Unterkunft der Gef. benötigt: 35 Strohsäcke, 35 Strohkopfkeile, 35 Bettgestelle, 105 Wolldecken, 35 Bettbezüge, 35 Kissenbezüge, 35 Bettlaken, 35 Eßnäpfe, 2 Tische für 35 Mann, 4 Bänke für 35 Mann, Bretter zum Bau von Wandschränken zur Unterbringung der Utensilien der Gefangenen. An Bettgestellen eignen sich am Besten die eisernen Militärbettgestellen (sic!), da drei Betten übereinander gestellt werden müssen wegen Platzmangel." LHASA/Mer/Wintershall AG/Werk Lützkendorf Nr. 328

  • Schreiben vom 11.2.1942; Wintershall A.G. Lützkendorf an das Strafgefangenenlager - Neumark - Petzkendorf; Mitteilung über die Überlassung der Ackerfläche zwischen Werk und Gut Petzkendorf zur Bewirtschaftung (Vermudlich um die kargen Zuteilungen von Lebensmittel zu verbessern.) LHASA/Mer/Wintershall AG/Werk Lützkendorf Nr.1/468

  • Schreiben vom 14.2.1942; Generalstaatsanwalt Naumburg an Wintershall A.G. Lützkendorf z.Hd. Herrn Assessor Dr. Franz; - Auf das von Ihnen mit meinem Sachbearbeiter am 11.2.1942 geführte Ferngespräch - ; "Es ist mir nicht möglich, Metallfacharbeiter ( Schlosser) nach Krumpa zu legen. Einmal handelt es sich bei diesem Lager um ein Polenstammlager, in das deutsche Strafgefangene nicht überführt werden dürfen. Zum anderen stehen mir Fachkräfte der gewünschten Art nicht mehr zur Verfügung. Ich bedauere, Ihrer Bitte nicht entsprechen zu können. gez Hahn" LHASA/Mer/Wintershall AG/Werk Lützkendorf Nr. 328

  • Schreiben vom 14.2.1942; Strafgefängnis Naumburg an Wintershall A.G. Lützkendorf; Ankündigung von 45 neuen Gefangenen in Naumburg und der eventuellen Zuweisung für Lützkendorf. Lützkendorf möchte mit Oberwachtmeister Paul des Strafgefangenenlagers Vorbereitungen treffen. LHASA/Mer/Wintershall AG/Werk Lützkendorf Nr. 328

  • Schreiben vom 22.4.1942; Gemeinnütziger Siedlungsbau Magdeburg an Wintershall A.G. Lützkendorf; Anfrage über 15 Arbeiter ( auch Gefangene) für Erd- und Planierarbeiten. Wintershall A.G. Lützkendorf verweist auf eine zu erwartende Zuweisung Gefangener und will hier Leute abzweigen (telefonisch). LHASA/Mer/Wintershall AG/Werk Lützkendorf Nr. 296

  • Schreiben vom 22.5.1942; Wintershall A.G. Lützkendorf an das Strafgefängnis Naumburg; Bitte um neue Strafgefangene. LHASA/Mer/Wintershall AG/Werk Lützkendorf Nr.328

  • Schreiben vom 3.6.1942; Wintershall A.G. Lützkendorf an das Strafgefängnis Naumburg; Bezugnehmend auf das Schreiben vom 22.5.1942 und der Bitte um Stellungnahme wann neue Strafgefangene zugewiesen werden. LHASA/Mer/Wintershall AG/Werk Lützkendorf Nr.328

  • Schreiben vom 22.6.1942; Wintershall A.G. Lützkendorf an Strafgefängnis u. Untersuchungshaftanstalt Naumburg; - Betrifft: Einsatz von Strafgefangenen - ; "Ihrem Wunsche, Ihnen eine ausführliche Aufstellung über die Arbeiten, die die von Ihrer Anstalt gestellten Gefangenen bei uns erledigen, zu geben, kommen wir gerne nach. Die Gefangenen sind wie folgt eingesetzt: 18 Leute für Transportarbeiten bei Kabelverlegungen und Herstellung von Kabelgräben, 26 Leute beim Bau der Saalewasserleitung Üchteritz - Krumpa, 10 Leute im Kesselhaus für Aufräumungsarbeiten/ Aschefahren usw., 30 Leute für Betrieb I für Aufräumungs- und Transportarbeiten/ Schlammfahren usw., 28 Leute für Betrieb II für Reinigungsarbeiten in der Alkazidwäsche/ Kontaktfahren für die Ofenhalle und allgemeine Aufräumungs- und Transportarbeiten, 20 Leute für Betrieb IV/ V für Aufräumungs- u. Transportarbeiten, 14 Leute für Werkstatt (Aufräumungs- u. Transportarbeiten), 14 Leute für Wohnungsbau ( Planierungs- und Ausschachtungsarbeiten in der Siedlung Mücheln), 4 Leute Haus- u. Küchenpersonal im Strafgefangenenlager." LHASA/Mer/Wintershall AG/ Werk Lützkendorf Nr.328

Wintershall Siedlung I Eptinger Rain 1941

Wintershall Siedlung I Eptinger Rain 1941

Bildquelle: Stadt Mücheln

  • Schreiben vom 4.3.1943; Wintershall A.G. Lützkendorf an die Leitung des Strafgefangenen-Lagers (sic!) Petzkendorf; - Stromverbrauchseinschränkung - ;" Nach Anordnung des Reichsminister für Bewaffnung und Munition sind künftighin (sic!) wenigstens 10% des Stromverbrauches einzusparen. Abgesehen von der allgemeinen Forderung, mit dem zur Verfügung stehenden Strom sparsam umzugehen, bitten wir Sie deshalb, Ihren Stromverbrauch gegenüber dem Vorjahr um mindestens 10% einzuschränken." LHASA /Mer/Wintershall AG/Werk Lützkendorf Nr. 328

  • Schreiben vom 1.4.1943; Dr. Brudi an den Generaldirektor A. Rosterg, Kassel; "...In dem Schreiben Ihrer Sozialabteilung vom 11.3. sind verschiedene Fragen aufgeworfen, die sich aber in Kürze z. Tl. von selbst lösen oder nicht allzu schwer zu bereinigen sind. Die aus der SE- Aktion rückständigen Arbeitskräfte sind in der Zwischenzeit in den besetzten Gebieten angestaut und kommen Zug um Zug zur Auslieferung. Die Gestellung von weiblichen Arbeitskräften macht den Arbeitsämtern in den meisten Fällen keine Schwierigkeiten, gegebenen Falles kann von hier aus nachgefasst werden. Über das 3. Problem: Beschaffung ausländischer Fach- und Betriebskräfte habe ich bereits mit Dr. Titteurs von der Aussenstelle Paris des G.B. Chemie gesprochen. Er hat mir zugesichert, den Bedarf sofort nach Auslaufen der SE- Aktion zu befriedigen. Es muss dann nur zu gegebener Zeit mit dem zuständigen Arbeitsamt abgesprochen werden, daß es die Anforderung nach dort weitergibt.... " LHASA/Mer/Wintershall AG/Werk Lützkendorf Nr. 1/299

  • Schreiben vom 29.3.1943; Wintershall A.G. Lützkendorf an Hauptwachtmeister Paul - Neumark - Strafgefangenenlager Petzkendorf; - Einsatz der Strafgefangenen - ; "Die Gefangenen machen hier auf dem Werk bei ihrer Arbeit vielfach einen recht erschöpften Eindruck. Wir bitten Sie deshalb wiederholt, die Gefangenen für den Einsatz für Werksfremde nicht heranzuziehen und ihnen Gelegenheit zu geben, sich in den erforderlichen Ruhezeiten so zu erholen, daß sie ihren Dienst hier so ausüben können, wie es für unseren Betrieb erforderlich ist." LHASA/Mer/Wintershall AG/ Werk Lützkendorf Nr. 328

  • Schreiben vom 14.4.1943; Wintershall A.G. Lützkendorf an Oberwachtmeister Paul - Neumark - Gefangenenlager; " Am Sonntag hat wiederum eine Gefangenenkolonne Arbeiten für Dritte ausgeführt. Eine Kolonne unter dem Werkschutzmann Regel hat in der Siedlung Privatgärten gegraben. Wir haben Sie nun wiederholt aufgefordert, Gefangene nicht für Arbeiten bei Dritten abzugeben. Wir müssen Sie im Interesse der Zusammenarbeit nochmals ernstlich warnen, unsere Erfordernisse unberücksichtigt zu lassen (sic!). Für den Fall, daß sich solche Vorkommnisse nun weiter wiederholen, wären wir gezwungen, andere Schritte zu unternehmen." LHASA/Mer/Wintershall AG/ Werk Lützkendorf Nr.328

  • Schreiben vom 4.8.1943; Wintershall A.G. Lützkendorf an das Strafgefängnis Naumburg; Im März würden noch 185 Gefangene eingesetzt, im Juli nur noch 150 Mann. WIAG Lützkendorf bittet um Auffüllung des Lagers mit neuen Gefangenen. LHASA/Mer/Wintershall AG/Werk Lützkendorf Nr. 328

  • Schreiben vom 17.8.1943; Wintershall A.G. Lützkendorf an das Strafgefängnis Naumburg; Bitte um Stellungnahme auf das Schreiben vom 4.8.1943. LHASA/Mer/Wintershall AG/ Werk Lützkendorf Nr. 328

  • Schreiben vom 16.9.1943; Strafgefängnis Naumburg an Wintershall A.G. Lützkendorf; Mitteilung das man momentan keine Strafgefangenen zuweisen kann, da der Reichsjustizminister sich noch nicht geäussert hat. LHASA/Mer/Wintershall AG/Werk Lützkendorf Nr.328

  • Schreiben vom 23.11.1943; Wintershall A.G. Lützkendorf an das Reichsjustitzministerium Berlin, Dr. Nörr; Das Lager wurde für 220 Mann gebaut und es wurden auch einmal 200 Mann zugewiesen. Momentan sind aber nur noch 102 Mann vorhanden. Es wird um 120 Mann gebeten, da eine Baracke bereits leer steht. Sollten nicht so viele Leute zur Verfügung stehen, ist Wintershall Lützkendorf auch mit einer Stücklung bis auf 220 Mann zufrieden. LHASA/Mer/Wintershall AG/Werk Lützkendorf Nr. 328

  • Internes Schreiben vom 6.3.1944; Wintershall A.G. Lützkendorf an Lützkendorf Bau 409:" Wir beabsichtigen, etwa 52 Morgen aus dem unmittelbar südlich unserer Erdölverarbeitung in Flur 7 von Neumark gelegenen Grundbesitz des Barons Hans- Peter von Helldorff in Schloß Bedra zu erwerben. Der Kaufpreis beträgt RM 1,-- je qm = rund RM 130.000,--, wozu etwa RM 20.000,-- an Nebenkosten treten ( Saatentschädigungs-, Vertrags-, Notariats-, Gerichts-, und Vermessungskosten, Grunderwerbssteuer usw.). Der Erwerb ist notwendig zur Errichtung eines neuen Gemeinschaftslagers, das sich wegen Besetzung des vorhandenen und mit Rücksicht auf die demnächst zu erwartende Zuweisung von Ostarbeiterfamilien erforderlich macht. Die Größe des Geländes ist so bemessen, daß es auch für eine spätere Erweiterung der Schmierölfabrik ausreicht. Wir bitten um die Bewilligung der vorgenannten Beträge von zusammen RM 15.000,--." LHASA/Mer/Wintershall AG/Werk Lützkendorf Nr. 1/502

Gemeinschaftslager III (Strafgefangenenlager)

Gemeinschaftslager III (Strafgefangenenlager)

Bildquelle: Wallace Gendron Papers, Whitman College

  • Eingabe vom 8.3.1944; Wintershall A.G. Lützkendorf an den Generalstaatsanwalt in Naumburg; Nochmalige Bitte um Zuweisung von Strafgefangenen. LHASA/Mer/Wintershall AG/Werk Lützkendorf Nr. 328

  • Schreiben vom 6.3.1944; Wintershall A.G. Lützkendorf an den Generalstaatsanwalt in Naumburg; Wintershall A.G. Lützkendorf erklärt sich bereit, mit Omnibussen die 40 Strafgefangenen aus Naumburg abzuholen. LHASA/Mer/Wintershall AG/Werk Lützkendorf Nr.328

  • Schreiben vom 6.4.1944; Wintershall A.G. Lützkendorf an den Generalstaatsanwalt in Naumburg; Bitte um unbedingte Zuweisung von poln. Zivilstrafgefangenen. In dem Schreiben verweist man auf die Eingabe vom 8.3.1944. Seit diesem Schreiben hat sich die Zahl der Strafgefangenen auf 72 verringert. 40 poln. Gefangene werden am 7.4.1944 von der Strafanstallt Torgau von Lützkendorf mit Bussen abgeholt. Jedoch ist der Abgang von Personen bzw. Gefangenen grösser als die neuen Zuweisungen an Lützkendorf. Lützkendorf korrigiert seine Anforderung von 50 Gefangene (v. 8.3.1944) auf nochmals 30- 40 Mann. Lager rentiert sich nur bei voller Belegung und man möge Lützkendorf zukünftig mit 80 Mann berücksichtigen. Nach Ostern wird sich Wintershall A.G. Lützkendorf nochmals an den Reichsjustizminister wenden, um hier in Zukunft volle Belegung zu schaffen. LHASA/Mer/Wintershall AG/Werk Lützkendorf Nr.328

  • Schreiben vom 14.4.1944; Wintershall A.G.Lützkendorf an das Strafgefangenenlager Petzkendorf; Beschwerde der Direktion über die Ordnung und Sauberkeit auf dem Platz hinter dem Lager. LHASA/Mer/Wintershall AG/Werk Lützkendorf Nr.328

  • Schreiben vom 9.6.1944, Wintershall A.G.Lützkendorf an das Strafgefängnis Naumburg; Mit der Bitte um Zuweisung von 150 Strafgefangenen ( 100 Mann Frankfurt/ a.M. und 50 Mann Strafanstalt Graz). Bei Schwierigkeiten wird um Benachrichtigung gebeten, damit der Aufbaustab Leuna eingreifen kann. Wiederaufbaustab hat unumschränkte Vollmacht für Wiederaufbau. LHASA/Mer/Wintershall AG/Werk Lützkendorf Nr.328

  • Telegramm von 20.6.1944; Wintershall A.G. Lützkendorf an das Strafgefängnis Preussgesheim - Frankfurt/ a.M.;" Laut Mitteilung des Generalstaatsanwalt Naumburg stehen 100 Häftlinge zum Abtransport nach Wiag bereit. Bitte um telegraph. Benachrichtigung wann der Transport abgeht. Falls Schwierigkeiten bei der Reichsbahn wegen Wagonstellung auftreten bitte Benachrichtigung, damit der Wiederaufbaustab eingreifen kann." LHASA/Mer/Wintershall AG/Werk Lützkendorf Nr. 328

  • Schreiben vom 4.9.1944; 3. Bau und Arbeits. Btl. (It) 200 an Wintershall A.G. Lützkendorf; - Wegen der Mitnahme von Gummistücken eines alten Transportbandes für die Besohlung der Schuhe von vier italienischen Militärinternierten - Es handelte sich nicht um Sabotage. Die Vier Italiener wurden bestraft und das Kriegsgericht wurde über den Vorfall in Kenntnis gesetzt. LHASA/Mer/Wintershall AG/Werk Lützkendorf Nr.468

  • Schreiben vom 6.9.1944; 3. Bau- und Arbeits. Btl. (It) 200 an Wintershall A.G.Lützkendorf; - Bitte für die Schule Krumpa eine größere Lampe zu stellen - Da es bereits dunkel ist und 3 Kompanien zu zählen sind, wird um Unterstützung mit einer größeren Lampe gebeten. LHASA/Mer/Wintershall AG/Werk Lützkendorf Nr.468

  • Aktennotiz ohne Datum; Mehrere italienische Militärinterniert beim Verlassen des Werkes und Diebstahl von Kartoffeln gefasst. LHASA/Mer/Wintershall AG/Werk Lützkendorf Nr.468

  • Aktennotiz ohne Datum; Italienische Militärinternierte beim Rauchen gefasst. LHASA/Mer/Wintershall AG/Werk Lützkendorf Nr. 468

Volksschule Krumpa

Volksschule Krumpa

  • Rechnung vom 31.10.1944; Von Frau Lydia K./ Gasthof Zimmermann Leiha über 316,64 RM an das Polen- Strafgefangenenlager (Vermudlich für Unterbringung der Gefangenen auf dem Saal, die an der Saalewasserleitung Krumpa - Üchteritz gebaut haben.). LHASA/Mer/Wintershall AG/Werk Lützkendorf Nr.328

AK Gasthof zur Guten Quelle in Leiha

AK Gasthof zur Guten Quelle in Leiha

1944 waren hier auf dem Saal Italiener und Franzosen untergebracht.

  • Fluchtbericht Aussenkommando Lützkendorf vom 18.11.1944, Flucht von vier Häftlingen. ITS Bad Arolsen

Fluchtbericht vom 18.11.1944

Fluchtbericht vom 18.11.1944

Bildquelle: ITS Bad Arolsen


*Nach der Bombardierung am 12. Mai 1944 besichtigte Albert Speer am 13. Mai 1944 Leuna. Hier bahnte er sich mit Fachleuten des Leuna- Werkes einen Weg durch die zerstörten Rohrsysteme und Maschinenhallen. Anschliessend erörterte man in einer Besprechung das weitere Handeln. Als Resultat dieser Besprechung erhielten die betroffenen Werke ein Sonderstatus. Sie sollten ohne Beschränkung Material und Arbeitskräfte zum Wiederaufbau erhalten. So stellte die SS den Werken Häftlinge zur Verfügung, wobei der Vorstandssprecher der BRABAG Fritz Kranefuß sich für die Zuweisung für Lützkendorf eingesetzt haben soll.
**Lützkendorf wurden am 14.7.1944 insgesamt 900 Häftlinge zugewiesen. Die Höchstzahl des Lagers waren 924 Häftlinge. Unter diesen Häftlingen befanden sich Belgier, Deutsche, Franzosen, Polen und Russen. Diese Zahl sank bis Ende November auf 360 Häftlinge. Diese wurden größtenteils wieder nach Buchenwald zurückgeführt. 15 Häftlinge starben bei einem Luftangriff und 2 an Wundstarrkrampf (Siehe Angriff 20.7.1944). Die Häftlinge arbeiteten in verschiedenen Arbeitskommandos. So zum Beispiel im Bau 52 bei der Demontage der Krackanlage im Okt./Nov. 1944 für die Verlagerung. Am 21. Januar 1945 wurde das Lager auf Befehl geräumt und sämtliche Häftlinge dem KZ Mittelbau- Dora überstellt, wo sie zur Montage der V- Waffen eingesetzt wurden.

* Unter zur Hilfenahme des Buches:"Ein KZ in der Nachbarschaft"; T. Bütow, F. Bindernagel; Böhlau Verlag 2003
** Unter zur Hilfenahme des Buches:"Der Ort des Terrors: Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager";W. Benz, B. Distel, A. Königseder; Verlag C. H. Beck 2006



V1 Montagehalle Mittelbau- Dora

V1 Montagehalle Mittelbau- Dora

Bildquelle: Bundesarchiv Bild 183-1985-0123-027

Mittelbau- Dora

Mittelbau- Dora

Bildarchiv:www.dasgeiseltal.de